Gedenktafel zur Erinnerung an die Bücherverbrennung auf dem Rathausplatz

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Am 10. Mai 2025 wurde am Rathaus in Barmen eine Gedenktafel zur Erinnerung an die nationalsozialistische Bücherverbrennung am 1. April 1933 ebendort eingeweiht.1 Eingefordert hatten die Tafel die Armin T. Wegner-Gesellschaft und die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft. Andre Enthöfer begleitete die Einweihung mit der Klarinette, Schauspieler, Regisseur und Synchronsprecher Olaf Reitz zitierte aus Wuppertaler Tageszeitungen zu Beginn der NS-Diktatur und las auch einen Bericht über die Bücherverbrennung der weiterführenden Barmer Schulen vor. Weitere Redner waren Hajo Jahn (Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft) und Ulrich Klan (Armin T. Wegner) sowie Oberbürgermeister Uwe Schneidewind.2

Die Inschrift lautet:

Bereits am 1. April 1933 wurden in Wuppertal auf dem Rathausplatz in Barmen und Elberfeld am Brausenwerth Bücher verbrannt – sechs Wochen vor der reichsweiten Aktion. Es handelte sich um Bücher von Autorinnen und Autoren, die von den Nationalsozialisten als „undeutsch“ verurteilt wurde. Die Zerstörung von Büchern war der Schlusspunkt von Aufmärschen Wuppertaler Schulen gegen jüdische Geschäfte, Kauf- und Warenhäuser in ganz Deutschland. Die Bücherverbrennungen waren der Auftakt zu landesweiten Säuberungen der Bibliotheken, bei denen abertausende Werke systematisch entfernt und „unerwünschtes Schriften“ aus dem öffentlichen Leben verbannt wurden. Begleitet von nationalsozialistischen Hetzreden und Propaganda waren die Bücherverbrennungen ein Zeichen der Ablehnung von Toleranz, Freiheit und Demokratie. Sie waren der Beginn der NS-Verbrechen, die zum Massenmord in Auschwitz führten.“

An der rechten Seite der Gedenktafel werden drei Autor*innen zitiert:

„Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“
Heinrich Heine: Almansor, 1823

„Hass schachtelt ein! Wie hoch die Fackle auch mag schlagen.“
Else Lasker-Schüler: Herbst, 1937

„Was wäre ein Deutschland ohne Wahrheit, Schönheit und Gerechtigkeit?“
Armin T. Wegner: Brief an Hitler, April 1933

Die von den beiden Vereinen und dem Kulturausschuss eingeforderte Bronzetafel wurde damit nicht umgesetzt, sondern eine einfache Tafel aus Metall gestaltet und von den beiden Vereinen finanziert. Die Kommission für eine Kultur des Erinnerns hatte indes für eine künstlerische Intervention votiert und den Sinn einer weiteren Gedenktafel in Frage gestellt.3 Schon 2004 wurde an der Bibliothek in Elberfeld eine Gedenktafel angebracht.

Disclaimer: Ich war in der Wahlperiode 2020-2025, sowie ab 2025 beratendes Mitglied der Kommission für eine Kultur des Erinnerns.

Position des Denkmals auf der Karte

Fußnoten:

  1. Einweihung der Gedenktafel zur Bücherverbrennung, in: Wuppertaler Rundschau vom 7. Mai 2025. ↩︎
  2. Caroline Büsgen, Plakette in Wuppertal erinnert an die Bücherverbrennung, in: WZ Wuppertal vom 12. Mai 2025. ↩︎
  3. Wann kommt das Erinnerungsdenkmal?, in: Wuppertaler Rundschau vom 30. Januar 2025. ↩︎

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